Tag der Städtebauförderung 2026

Es ist eines der ältesten Häuser von Plaue: die Alte Schule. Das denkmalgeschütze Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert wird seit anderthalb Jahren restauriert. Das Haus ist inzwischen statisch gesichert. Zudem sind einige Lehmwände erneuert. In den nächsten Wochen werden das Dach neu eingedeckt und die Fassaden geschlossen. An der Rückseite bleibt das Fachwerk sichtbar. Ein Farbmuster verrät das zukünftige Antlitz: fehgraue Holzbalken und sandgelber Lehmputz.

Wenn die Außenhülle fertig ist, wird der Innenausbau mit Hochdruck vorangetrieben. Bis Ende des Jahres möchte Bauherr und Eigentümer Torsten Pietsch die Arbeiten beendet wissen. Im Frühjahr 2027 sollen hochwertige Ferienwohnungen in die Vermietung gehen.

Die Details der kommenden Aufgaben, aber auch die bisherigen Überraschungen, schilderte Torsten Pietsch am Samstag, 9. Mai, zum Tag der Städtebauförderung. Der Arnstädter freute sich, dass beide Führungen am Nachmittag sehr gut besucht waren. Jeweils mehr als 25 Personen wollten sich in dem Gebäude umschauen, in dem bis in die 1970er-Jahre noch regulärer Unterricht stattfand. Obwohl es dann in Plaue in der Straße des Friedens zwei Schulneubauten gab, wurde der Werkunterricht bis in die 1990er-Jahre noch in der Alten Schule abgehalten.

Zu den Führungen kamen sogar eine ehemalige Lehrerin und ehemalige Schüler, wie Torsten Pietsch berichtet. Wissenswertes zu den Lehmbauarbeiten in der Alten Schule berichtete am Tag der Städtebauförderung Toralf Henneberg, Geschäftsführer der Firma Rennstein-Baudekoration aus Stützerbach.

Der Tag der Städtebauförderung ist eine gemeinsame Aktion des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, der Länder, des Deutschen Städtetages sowie des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. Die Stadt Plaue und das Planungsbüro Kommunalentwicklung Mitteldeutschland hatten zu diesem bundesweiten Aktionstag auf den Postplatz eingeladen und aktuelle und geplante Sanierungsprojekte der Stadt Plaue vorgestellt, die mit Städtebaufördermitteln umgesetzt wurden und werden.

Für den Traum eines restaurierten Denkmals wendet Torsten Pietsch einen hohen sechsstelligen Betrag auf. Gut ein Zehntel der Baukosten werden über das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie sowie über das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlicher Raum gefördert.

Drei Ferienappartements, eines davon behindertengerecht, sind in dem historischen Gebäude unweit des Postplatzes geplant. Trotz der umfangreichen Arbeiten in dem Haus soll der ursprüngliche Charakter erhalten bleiben: Nicht alle Wände und Decken werden begradigt, sondern nur die Fußböden. Auf einer Fläche von 220 Quadratmetern wird es im Obergeschoss zwei Ferienwohnungen und im Untergeschoss eine Ferienwohnung sowie einen großen Aufenthaltsraum geben. Laut Pietsch können die drei Appartements einzeln oder zusammen gemietet werden.

Torsten Pietsch bedankt sich bei den Nachbarn und der Kirchgemeinde für das Verständnis für die Bauarbeiten. Wenn die Bauarbeiter fort sind, werden Urlauber kommen, die bestimmt die Ruhe zwischen Geraufer und Parkidyll um die Liebfrauenkirche zu schätzen wissen.

Ausschnitt aus der TA